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18.04.2010 - Vienna City Marathon Drucken


 

27. VIENNA CITY MARATHON - 18. April 2010

 

Alles hörte sich bei der Planung noch so gut an.

 

  • Anreise Freitagmorgen nach einer Stunde Flugzeit. Genügend Zeit um die Startunterlagen zu holen und die  ersten Sehenswürdigkeiten besuchen zu können.
  • Sightseeing am Samstag, nur nicht zu heftig am Sonntag ist Marathon.
  • Marathon
  • Sightseeing so lange die Füße es zulassen.
  • Ein halber Tag können wir uns noch die Stadt ansehen und dann nach Hause.

 

Und dann musste der Vulkan den schönen Plan zunichte machen!

 

  1. Marathonhinfahrt 10 Std. mit der Bahn.
  2. Vienna Marathon 42,195 km.
  3. Marathonauf- und abstieg über 686 Stufen am Stephansdom.
  4. Marathonrückfahrt 10 Std. mit der Bahn.

 

 

Mehr ist nicht zu sagen, dass überlasse ich unserem neuen Helden, heißt dem „New- Finisher“.

 


 

  jetzt ist auch der Bericht von unserem "Türmchen" auf der Seite...

 

 

Wenn’s nicht schmerzt, würde es ja jeder machen

Die Ruhrrunner aus Borbeck laufen Marathon in Wien

 

Ja, das hatten wir uns in der Tat völlig anders vorgestellt, als wir im letzten Jahr beschlossen, in Wien einen Marathon zu laufen. Ohne so viel Schnee im Winter, ohne so viel Stress bei der Anreise, mit viel mehr Läufern. Aber zunächst mal der Reihe nach.

Im Mai 2009 haben die Ruhrrunner, nachdem sie einen erfolgreichen Marathon gemeinsam in Hamburg gelaufen waren, wieder im Schloß Borbeck zusammen gesessen und darüber nachgedacht, was denn das Jahr 2010 in der Marathonfrage bringen wird. Mehrere Vorschläge wurden gemacht und es setzte sich „Wien“ durch. In einer solch tollen Stadt die 42 Kilometer zu absolvieren, bestimmt ein Erlebnis. Schnell wurden die günstigen Flüge gebucht. Und niemand wusste damals, was Eyjafjalla eigentlich bedeutet.

Es begann der normale Vorbereitungsstress für einen solchen Marathon. Dreimal pro Woche treffen und Laufen. Wir sind Dienstags, Donnerstags und Sonntags gelaufen. Innerhalb der Woche jeweils ca. 12 Kilometer durch Schönebeck und Mülheim, sonntags um den Baldeneysee. Und das jede Woche.

Im Sommer und Herbst bereitet das kein Problem. Sicherlich muss man sich manchmal überwinden, aber im Normalfall klappt das schon. Nur der Winter, und gerade der letzte Winter, hat uns schon besonders herausgefordert. Es war teilweise bitter kalt, die Wege zum teil spiegelglatt oder wir sind auch in dichtes Schneetreiben gekommen. Es war schon erstaunlich, wie alle immer bei diesen oftmals widrigen Verhältnissen durchgehalten haben.

Und dann war endlich der Winter vorbei und für uns fingen die langen Läufe an. Das heißt, jeden Sonntag mindestens 30 Kilometer laufen, um eine optimale Vorbereitung für unseren Wienmarathon zu haben. Und so quälten wir uns in den April hinein, immer das Ziel Marathon vor Augen.

Zur Vorbereitung gehört aber nicht nur das Laufen. Auch die Ernährung wird langsam umgestellt, das Lauf-Outfit wird erneuert und insbesondere müssen jedes Jahr neue Laufschuhe angeschafft werden. Auch der gesellige Teil gehört dazu. Fester Bestandteil eines jeden Marathons ist wenige Tage vor dem Lauf der Pasta-Abend. In diesem Jahr haben wir uns bei unserem Lauffreund Werner getroffen, der uns in seine Meisterküche am Frintroper Wasserturm eingeladen hat. Es ist Donnerstag, noch drei Tage bis zum Lauf. Fröhlich feiern wir und sind guter Dinge, da jetzt die Vorbereitungen abgeschlossen sind und wir uns endlich auf Richtung Wien machen können. Am nächsten Tag soll es losgehen, der Flieger ist gechartert.

 Eyjafjalla hat dann unser minutiös geplantes Programm völlig durcheinander gebracht. Ausgerechnet jetzt, wo wir uns über ein halbes Jahr auf dieses Wochenende vorbereitet haben, geht kein Flugzeug. Das kann nicht sein? Alles soll umsonst gewesen sein? Es macht sich schon ziemlich Verzweiflung breit. Aber aufgeben werden wir nicht, zumindest einige nicht. So teilt sich die Gruppe in drei Fraktionen: Die einen fahren mit dem Auto, die anderen mit dem Zug und die dritten gar nicht.

Ich gehöre der Bahnfraktion an. Nach zehn Stunden Bahnfahrt, die den Schlaf von Freitag auf Samstag gekostet hat, erreichen wir Samstagnachmittag Wien. Die Art der Anreise zählte nicht zu den optimalsten Vorbereitungen für einen Marathon. Gegen Abend sind dann alle eingetroffen, wir gehen noch zusammen essen und versuchen dann noch etwas Schlaf nachzuholen, denn am nächsten Morgen um 6.00 Uhr geht es Richtung Start.

Es sollte mein erster Marathon werden und so war ich auch entsprechend aufgeregt. Zusammen mit 32 000 anderen Starten warteten wir im Startbereich darauf, dass es endlich losgeht. Und wir teilten uns die zwanzig Toiletten, die man uns freundlicher Weise zur Verfügung gestellt hatte. Das war definitiv zu wenig.

Endlich um 9.00 Uhr fällt der Startschuss. Bis ich die Startlinie überqueren kann, dauert es fasst eine viertel Stunde. Es drängt sich am Start alles. Es geht direkt über die Reichsbrücke, einer der größten Donaubrücken Wiens. Ein imposantes Bild und ein großes Erlebnis. Schnell sehen wir das Riesenrad und laufen am Prater vorbei. Wir sehen Schloss Schönbrunn und nach guten zwei Stunden erreichen wir zum ersten Mal den Heldenplatz. Die Halbmarathonläufer haben ihr Ziel erreicht, für uns geht es jetzt erst so richtig los. Die nächsten zehn Kilometer gehen bei mir noch einigermaßen. Mit Kilometer 33 fängt es langsam an, weh zu tun. Die Gesichter meiner Leidensgenossen rechts und links verraten mir, dass es denen offensichtlich nicht besser geht. Ich sehne jeden Getränkeversorgungs-stand herbei, da kann ich dann ein paar Meter gehen. Jetzt purzelt jeder Kilometer nur noch ganz langsam. Kilometer 35, Kilometer 36, es geht einfach nicht weiter. Doch irgendwann, fünf Stunden bin ich mittlerweile unterwegs und habe mich schon zig mal gefragt, was ich hier eigentlich mache, plötzlich erscheint das Schild Kilometer 40. Das Ende steht bevor. Je näher ich dem Ziel, dem Heldenplatz komme, um so mehr werde ich angefeuert und von den Zuschauern gefeiert. Die letzten zwei Kilometer werde ich getragen von der Stimmung und dem Wissen, es geschafft zu haben. Glücklich und erschöpft komme ich ins Ziel. Und es stimmt, wenn’s nicht schmerzt, würde es ja jeder machen.

Der Rest ist schnell erzählt, die Rückfahrt ging dann wieder mit dem Flugzeug und mein erster Marathon liegt hinter mir. Die anderen von unserer Truppe sind auch alle heil und glücklich ins Ziel gekommen. Aber wie gesagt, das hätte ich mir in der Tat völlig anders vorgestellt, das mit dem Marathon.

 

 

 

 

Ergebnisse:


42,195 km

Rg

AK-RG

StNr

Name

AK

1.HM

2.HM

Netto

Pace

3957

78

2047

Knieling Sabine

W-35

02:12:58

02:09:23

04:22:21

06:13

4570

697

2046

Wolf Martin

M-45

02:14:56

02:31:24

04:46:20

06:47

4733

111

2045

Wolf Martina

W-45

02:17:55

02:37:57

04:55:52

07:01

4917

496

9277

Nennstiel Martin

M-50

02:29:54

02:44:06

05:14:00

07:26

4972

498

2029

Klingebiel Volker

M-50

02:34:54

02:47:51

05:22:46

07:39

4973

745

2041

Reichelt Lothar

M-45

02:34:57

02:47:50

05:22:48

07:39

4974

119

2075

Freitag Karin

W-45

02:34:56

02:47:51

05:22:48

07:39

 

21,1 km

Rg

AK-RG

StNr

Name

AK

Netto

Pace

8502

168

2028

Klingebiel Sabine

W-50

02:27:10

06:58

8715

576

20580

Gorges Jürgen

M-50

02:31:28

07:11

8717

173

20581

Domachowski Andrea

W-50

02:31:28

07:11

 

 

 

 


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Kommentare (3)
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1. 04-05-2010 21:47
 
Sehr sch?ner Bericht und nochmal Gl?ckwunsch zum 1. Marathon. Ich hoffe, es bleibt nicht Dein Letzter. 
Claus
Registriert
 
Claus
2. 06-05-2010 15:55
 
T?rmchen, jetzt bis Du beim Schreiben Deines sch?nen Berichtes die Strecke noch einmal gelaufen und hast sie erlebt. In Nachhinein war es doch ein super Erlebnis der 1. Marathon oder? So schnell wirst Du das nicht vergessen und an die Schmerzen denkst Du nicht mehr.
Registriert
 
hilde
3. 07-05-2010 12:56
 
Super Ergebnisse von allen Teilnehmern und T?rmchen ein extra Lob f?r den ersten Marathon und den tollen Bericht. 
Ich hoffe du kannst deine Form beibehalten und wir sehen dich noch bei mehreren L?ufen.
Registriert
 
volker

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