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17.05.2015 Ein Ruhrrunner auf Abwegen: Vivawest die dritte Drucken

von Marc S. 

Was macht ein Ruhrrunner alleine auf einer Marathonstrecke, die er schon zweimal bewältigen durfte? Diese Frage habe ich mir auf den 42,2 Km gestern oft gestellt und glaube, eine schlüssige Antwort gefunden zu haben. Aber der Reihe nach:

Meinen ersten Marathon durfte ich 2013 Dank sensationell stringenter Vorbereitung unter den Fittichen der Ruhrrunner laufen. Teils durch die große innere Motivation, teils durch die vehemente Anfeuerung unseres Clubs an der Strecke legten wir, Dieter und ich, ein sensationelles Resultat hin. Dies sollte im nachfolgenden Jahr 2014 noch einmal getoppt werden, war doch nun unserer kompletter Verein mit von der Partie, da man sich konform für diesen Lauf entschieden hatte. Wie es aber oft so ist, kommt es meist anders, als man denkt. Sei es der Selbstüberschätzung der eigenen Leistung oder der mangelnden Vorbereitung sowie dem extremen Wetterumschwung mit Sonne und Wärme geschuldet: bei km 31 war für mich erst einmal Schluss. Total ausgepowert sah ich mich unter einem Baum sitzen, nicht fähig weiter zu laufen. Das war eine ganz neue Erfahrung für mich, ging es doch bis dato immer nur nach vorne, selten einen Schritt zurück. Aber wie sagt meine Lauffreundin vom LC Duisburg doch so gerne: „ Ist der Lauf nicht dein Freund, so ist er vielleicht dein Lehrer“.

Ich glaube, dass ich bestimmt eins gelernt habe: setze Dich nicht unter Druck, lauf dein Ding, lass Dich nicht von Zugläufern hetzten, genieße die Strecke und Zuschauer......das ist das Ziel.....nicht die Zeit. Der Stachel des Jahres 2014 saß tief, war doch das Vertrauen in die eigene Leistung geschrumpft, der Respekt vor der Strecke groß. Aber ich wollte 2014 nicht auf mir sitzen lassen, sondern 2015 der Herausforderung erneut die Stirn bieten.

Somit habe ich mich ganz heimlich, unbemerkt, aber mit Gottes Segen und Verschwiegenheit (Danke, Piet!) erneut angemeldet und mich als einziger Ruhrrunner der Herausforderung hier im Pott gestellt. Dank des guten Laufwetters und meiner neuen Errungenschaft, einem Trinkgurt, gingen die ersten 10km wie im Flug. Gefreut hab ich mich sehr über Katrin, die (zufällig?) in der Essener Stadtmitte zum abklatschen und anfeuern stand. Das gibt Kraft, bis zum Halbmarathon ging es wieder wie gehabt ohne Probleme. Nun stand das schwierigste Stück an, was mir 2014 in übler Erinnerung geblieben war: der Weg bis km 31, der mir unendlich schwer gefallen war. Quer durch Bottrop und Gladbeck gings nun, aber was soll ich sagen, ich war fit! Hatte ich im Vorfeld doch penibel darauf geachtet, nicht zu schnell zu sein: bei all den Zuschauern passiert das nicht selten, befeuern die Bands, Zurufe und Beifall doch das Laufvermögen ungemein. Bei Möbel Ostermann gings noch einmal richtig zur Sache. Da ich den Zugläufer und den anhängenden Pulk bereits abgehängt hatte kam ich auf weiter Flur quasi gefühlt alleine durch das tosende Publikum, welches mich lautstark bejubelte. Bei Km 32 standen dann auch noch meine Eltern an der Strecke, die von meinem fitten Erscheinungsbild mehr als erfeut waren, hatten sie doch noch das Bild von 2014 vor Augen. Die letzten 10km genoss ich einfach nur das Publikum, den Nordsternpark, die Sambabands, Tänzerinnen und die Gewissheit: das schaffst Du! Die paar Kilometerchen sind doch weniger als die Erdbeerrunde, das soll ja wohl nicht das Problem sein! Auch wenn die letzten 2-3 km doch noch einmal Überwindung kosteten, war das Ziel nah und die Motivation groß, sodass auch noch ein kleiner Spurt drin war, wartete doch meine Holde bereits auf der Tribüne unter Tränen auf mich.

Selten war ich so stolz, die 42,2km souverän abgespult zu haben, das Vertrauen zurückerhalten zu haben....und nicht am Limit gelaufen zu sein. Ein voller Erfolg auf ganzer Linie, der sich sogar nur 2Min30s hinter meiner Bestzeit einreihen darf.

Das Bierchen danach hat selten so gut geschmeckt!

Dank der guten Vorbereitung durch die Ruhrrunner wurde 2015 wieder ein voller Erfolg!



  


  


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Kommentare (7)
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1. 18-05-2015 21:09
 
:zzz Super Marc, Glückwunsch zum Marathon.
Registriert
 
barbara
2. 18-05-2015 21:29
 
Marc, super Leistung und schöner Bericht. Ich habe zwar nicht damit gerechnet, dass Du den Vivawest ganz läufst (weil eigentlich Duisburg geplant), aber ich habe schon damit gerechnet, dass der nächste Marathon bei Dir richtig gut laufen wird. Ich freue mich für Dich und danke Dir für die gemeinsamen Vorbereitungsläufe. Es hat was gebracht. 
Keep on running! 
VG 
Claus
Registriert
 
Claus
3. 18-05-2015 21:30
 
Herzlichen Glückwunsch zu der tollen Leistung.
Registriert
 
michael
4. 19-05-2015 16:14
 
Marc, mir fehlen die Worte. Deshalb hast Du nach Fragen herum gedruckst. Ein schöner Bericht zu Deiner super Leistung.
Registriert
 
hilde
5. 19-05-2015 18:54
 
Toll Marc, herzlichen Glückwunsch. Schade, hätte ich das gewußt, hätte ich im Ziel gewartet. Bin selbst als Pacemaker für einen Freund nur den Halben gelaufen (der definitiv gereicht hat, haha)!
Registriert
 
jörg3
6. 20-05-2015 16:06
 
Toller Bericht Marc! Ich war freudig überrascht, einen Ruhrrunner anzutreffen. 
Kathrin
Registriert
 
Kathrin
7. 20-05-2015 16:29
 
Ja Du bist mir ja einer! 
Klammheimlich einen Marathon laufen. 
Herzlichen Glückwunsch :zzz  
Gaby
Registriert
 
gaby

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