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22.05.2016 - Marathon Mainz Drucken
von Claus Braam

Mainz, wie es singt und lacht oder

Bullenheiß, tierischer Zuwachs und Kiste Bier verloren

Mit zahlreichen Läufern gingen die Ruhrrunner am 22. Mai 2016 beim 17. Gutenbergmarathon in Mainz über die Distanzen Halbmarathon, Marathon und Marathonstaffel an den Start.

Der Wettervorhersage zum Wochenende des 21./22. Mai 2016 war sehr unzuverlässig. Zunächst waren kühle Temperaturen mit Regen vorhergesagt, dann überschlug sich die Wetterprognose mit immer wärmeren Temperaturen.

Erstmal war aber die Anreise angesagt und so trudelten dann im Verlaufe des Samstags viele Ruhrrunner in Mainz ein. Das Hotel war prima und angenehm nah zum Start- und Zielbereich gelegen. Nach einem Stadtrundgang ging es zum Italiener, um die Speicher für Sonntag aufzuladen. Hier kam es dann für mich auch zu einer verhängnisvollen Wette mit Stephan. Hatte ich doch erfahren, dass Andi sein Hotelzimmer in Mainz abgesagt hatte und am Sonntagmorgen nach Mainz anreisen, Marathon laufen, Essen gehen und wieder abreisen wollte. Nee, is klar! Ich war mir ganz sicher und so habe ich mit Stephan um eine Kiste Bier gewettet, dass der Andi ganz bestimmt nicht nach Mainz kommt, weil der sicherlich beim Vivawest-Marathon laufen wird. Ganz sichere Sache für mich!

Zunächst kam dann aber der Sonntagmorgen und das Wetter ließ schon Böses ahnen. Heiß mit hoher Luftfeuchtigkeit. Super! Erstmal frühstücken und wer kommt am Fenster vorbeigeschlufft: Andi, Martin und Lothar. Abfahrt in Essen um 5:00 Uhr am Sonntagmorgen. Sch…, ich sah die Kiste Bier schon schwinden. Aber vielleicht würde sich der Andi das ja mit dem Marathon wegen des Wetters und so noch überlegen. Ein wenig Resthoffnung blieb.

Gemeinsam ging es dann an den Start und dort warteten insgesamt ca. 8.500 Läufer (Marathon, HM + Marathonstaffel) auf den Startschuss um 9:30 Uhr. Der Vorteil des Laufs in Mainz ist, dass die erste Hälfte der Strecke für Marathon und Halbmarathon identisch ist. Man konnte also während des Laufes entscheiden, bei der HM-Marke aufzuhören oder weiterzulaufen, unabhängig davon, wofür die Anmeldung erfolgte. Nach Auskunft des Veranstalters machten dann davon am Sonntag auch sehr viele Marathonläufer gebrauch – sie stiegen aufgrund der Temperaturen beim HM aus.

Der Startbereich lag wunderbar im Schatten unter hohen Bäumen, aber als es dann auf die Strecke ging, hatte ich bei Km 2 schon das Gefühl, dass mir jemand die Luft abdreht. Der Schweiß floss in Strömen und es war bereits um 10:00 Uhr abartig heiß und schwül. Egal, es ging bei mir heute „nur“ um den Halbmarathon und das musste doch irgendwie funktionieren. Die Strecke selbst war angenehm flach und der Zuschauerzuspruch sehr ordentlich mit vielen Musikkapellen und Bands. Leider konnte ich von der Stimmung nicht so viel aufnehmen, weil es wirklich eine Auseinandersetzung mit dem Wetter war. Viel Zeit ging bei der Getränkeaufnahme drauf. Aufgrund des Wetters waren die Getränkestände extrem stark frequentiert. Es war nicht denkbar, diese anzulaufen und im Weiterlaufen zu trinken.

Wehrmutstropfen an der ersten Runde war eine Pendelstrecke zwischen Km 15-20 entlang einer Bahnlinie, die ohne jeglichen Zuschauerzuspruch und sehr öde war. Hier konnte man merklich feststellen, wie alle Läufer abbauten und nur noch versuchten, diesen Teil der Strecke im Schlappschritt zu Ende zu bringen.

Der Großteil von uns hatte sich ohnehin für den Halbmarathon entschieden. Für drei aus unseren Reihen ging es dann aber noch auf die (für mich an diesem Tag unvorstellbare) zweite Runde, bei noch höheren Temperaturen und deutlich weniger Zuschauerzuspruch.

Ziemlich fertig kam ich ins Ziel – gefühlt war es ein Marathon. Nach reichlicher Flüssigkeitszufuhr setzte die Erholung aber schnell ein. Ich hatte nach dem HM noch ein wenig Zeit, um zurück zum Hotel zu gehen und dann auf unsere Marathonis zu warten. Schnell geduscht und wieder vor die Hoteltür, wo die Marathonläufer direkt vorbeiliefen. Dort kamen dann tröpfchenweise Marathonläufer an, die sich auf die zweite Runde gewagt hatten. Von Brems- und Zugläufern war erstmal nichts zu sehen. Nach 4 Stunden und 10 Minuten kamen dann Brems- und Zugläufer für 3:45 und 4:00 Stunden vorbei. Auch die hatte das Wetter zerlegt. Direkt dahinter dann Detlef, gefolgt von Sabine und danach Andi! Kiste Bier weg, aber egal.

Keiner von uns ist an diesem Tag nur annähernd die Zeit gelaufen, die eigentlich möglich gewesen wäre oder geplant war. Aber, alle sind gesund ins Ziel gekommen und das war an diesem Tag nicht selbstverständlich. Es sind so viele Läufer von Rettungskräften weggetragen worden…

Alle haben eine Topleistung gebracht. Aber unsere Marathonis haben bei diesem Wetter alledem die Krone aufgesetzt! Ich kann mich nicht daran erinnern, bei so einem Wetter mal gelaufen zu sein und bin diesbezüglich nicht besonders empfindlich. Aber die Kombination zwischen brütender Hitze und Luftfeuchtigkeit war unglaublich.

Der Nachmittag und der Abend verliefen dann bei kühlen Getränken entspannt. In einem Weinlokal mit schönem Innenhof haben wir den Abend ausklingen lassen. Hier wurde auch noch beim ausgiebigen Nachtisch die kleine Raupe Nimmersatt geboren und wir hatten einen sehr interessierten Äppelwoi-Tester in unseren Reihen, der Gott sei Dank den Halbmarathon nicht mit seinem in Mainz neu erworbenen Fahrradlenker gelaufen ist. Dafür muss ich mit dem jetzt aber die Kiste Bier trinken.

Prost!

Es hat eine Menge Spaß gemacht mit Euch in Mainz. Ein dickes Dankeschön an Hilde und Reinhard für die Organisation der Fahrt. Das hat alles prima gepasst!

Anbei die Resultate:

Name

AK

Netto

Marathon

Klever, Detlef

60

04:15:14

Knieling, Sabine

40

04:15:49

Bajohr, Andreas

45

04:43:29

HM

Braam, Claus

45

01:57:21

Bevers, Wiebke

50

01:58:16

Wucher, Andreas

60

01:58:58

Bock, Michael

50

02:01:18

Middel, Kathrin

35

02:09:22

Hajnczyk, Reinhild

65

02:17:46

Wolf, Martin

50

02:27:18

Hajnczyk, Reinhard

65

02:33:18

Rotthäuser, Stephan

50

02:37:24

Rotthäuser, Sabine

45

02:40:23

Freitag, Karin

50

02:41:53

Staffel

Staffel Ruhrrunner*

04:03:34

*Teilnehmer: Monika Kindsgrab, Pieter Roggeband, Friedhelm Ripkens u. Schwager v. Friedhelm

  

 

 

 

 

 

Läuferische Grüße

Claus


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Kommentare (4)
RSS Kommentare
1. 30-05-2016 21:13
 
Claus, Du hast alles auf den Punkt gebracht und uns aus dem Herzen gesprochen. Gut, dass es die Ruhrrunner gibt. Super... 
Hilde und Reinhard
Registriert
 
reinhard
2. 31-05-2016 21:41
 
Ein klasse Bericht, Claus! 
Eine Flasche Bier bekomme ich aber ab, oder? 
Registriert
 
Andi
3. 01-06-2016 14:20
 
Danke für den schönen Bericht und nochmals lieben Dank an Hilde und Reinhard für die Vorbereitung.
Registriert
 
gaby
4. 01-06-2016 17:07
 
Perfekt beschrieben Claus. 
Schei.. Zeit, aber super Wochenende mir den RR.
Registriert
 
Detlef

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